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DGUV Information 208-004: Die 5 Prüfpflichten für Gabelstapler und wie sie sich unterscheiden

Was ist DGUV Information 208-004?

Die DGUV Information 208-004 trägt den Titel „Gabelstapler“ und ist eine Broschüre der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM). Früher hieß sie BGI 545; die Ausgabe von 2019 ist ein unveränderter Nachdruck des Stands von 2012. Sie wendet sich in erster Linie an den Staplerfahrer und fasst zusammen, worauf es bei Ausbildung, Prüfung und Betrieb ankommt. Wer „dguv 208-004“ oder „dguv information 208-004“ sucht, meint meist genau diese Schrift.

Wichtig für die Einordnung: Eine DGUV Information ist Praxishilfe, keine Rechtsvorschrift. Verbindlich für Betreiber sind die DGUV Vorschrift 68 und die Betriebssicherheitsverordnung; die 208-004 erklärt, wie sich das umsetzen lässt. Weil der Stand von 2012 stammt, verweist sie noch auf alte Bezeichnungen wie BGV D 27 (heute DGUV Vorschrift 68) und den damaligen Grundsatz BGG 925 (heute DGUV Grundsatz 308-001). Die Ausgabe 2019 weist selbst darauf hin, dass die Schrift überarbeitet wird und bis dahin die jeweils aktuelle Fassung des Regelwerks gilt.

Was steht in der DGUV Information 208-004?

Die Schrift gliedert sich in acht Kapitel, dazu ein Quellen- und Literaturverzeichnis und Beispiele für Betriebsanweisungen:

KapitelThemaInhalt
1Ausbildung von GabelstaplerfahrernAuswahl, Ausbilder, schriftliche Beauftragung
2BeschaffenheitsanforderungenSchilder, Ausrüstung im Freien, Fahrerrückhalteeinrichtungen
3Gesundheitliche BelastungenAbgase, Schwingungen, Lärm
4BetriebsanweisungInhalt und Beispiel einer Betriebsanweisung
5Prüfungen von GabelstaplernTägliche Sicht- und Funktionsprüfung, Prüfung durch den Sachkundigen
6Sicherer BetriebVerwendung, Verkehrswege, Last aufnehmen, Fahren mit und ohne Last
7Verlassen des GabelstaplersSichern gegen unbefugte Benutzung und Wegrollen, Abstellen
8SondereinsätzePersonen mitnehmen, Arbeitsbühnen, Anhänger, Be- und Entladen, öffentliche Straßen, Anbaugeräte

Die fünf Prüfpflichten im Überblick

Die Schrift selbst beschreibt in Kapitel 5 zwei Prüfungen: die tägliche Prüfung durch den Fahrer und die Jahresprüfung durch den Sachkundigen. Die weiteren Anlässe unten ergeben sich aus dem Betrieb und werden in Kapitel 5 nicht einzeln aufgeführt.

1

Tägliche Einsatzprüfung (§ 9 Abs. 1 DGUV V68)

Vor jeder Schicht durch den Fahrer: Sicht- und Funktionsprüfung, bei Mängeln nicht in Betrieb nehmen und melden. Ein Protokoll schreibt § 9 nicht vor; als Nachweis ist es trotzdem üblich.

2

UVV-Jahresprüfung (§ 37 Abs. 1 DGUV V68)

Mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen, bei mehrschichtigem Einsatz häufiger. Nachweis: Prüfnachweis nach § 39 DGUV V68; die Prüfplakette ist üblich, aber keine Pflicht.

3

Außerordentliche Prüfung nach Unfall/Schaden

Nach jedem Unfall oder Schaden, der die Sicherheit beeinträchtigt haben könnte. Durch Sachkundigen, vor Wiederinbetriebnahme.

4

Prüfung nach Instandhaltung/Reparatur

Nach jeder sicherheitsrelevanten Reparatur (Bremsen, Hydraulik, Lenkung). Durch Sachkundigen oder qualifiziertes Werkstattpersonal.

5

Prüfung bei Standortwechsel (Außenlager)

Bei dauerhaftem Standortwechsel oder Einsatz in neuer Umgebung. Prüfung der Eignung für neue Betriebsbedingungen (Bodenbelag, Neigungen).

Tägliche Prüfung nach DGUV Information 208-004 (Kapitel 5)

Täglich vor Arbeitsbeginn muss der Fahrer den Gabelstapler durch Sicht- und Funktionsprüfung überprüfen. Erst wenn keine Mängel erkannt werden, darf er den Stapler in Bewegung setzen. Die Schrift nennt dafür Beispiele und hält fest, dass die Prüfungen trotz des Umfangs in wenigen Minuten erledigt sind. Rechtsgrundlage ist § 9 Abs. 1 der DGUV Vorschrift 68: Der Fahrer prüft täglich vor Einsatzbeginn auf erkennbare Mängel, beobachtet den Stapler im Betrieb und nimmt ihn bei sicherheitsrelevanten Mängeln nicht in Betrieb.

Sichtprüfung (Beispiele laut 208-004)

  • Gabelzinken und Gabelträger ohne erkennbare Schäden (nicht verbogen, nicht stark abgeschliffen, ohne Risse)
  • Reifen unbeschädigt und mit erforderlichem Luftdruck
  • Pedale griffig
  • Fahrerschutzdach sicher befestigt und ohne erkennbare Schäden
  • Lastschutzgitter (wo erforderlich) vorhanden und sicher befestigt
  • Hydraulik ohne Leckverluste

Funktionsprüfung (Beispiele laut 208-004)

  • Betriebs- und Feststellbremse funktionieren
  • Sicherung gegen unbefugtes Benutzen in Ordnung
  • Sicherung der Gabelzinken gegen Herausheben und Verschieben ohne Mängel
  • Ketten ausreichend und gleichmäßig gespannt
  • Warneinrichtung, Beleuchtung und Bremslicht funktionieren
  • Lenkungsspiel höchstens zwei Finger breit
  • Fahrerrückhalteeinrichtungen in Ordnung und funktionsfähig
  • Sicherung der Anhängerkupplung wirksam
  • Hydraulik für Ausfahren des Hubgerüstes, Senken, Neigen und Anbaugeräte in Ordnung

Die Liste ist eine Auswahl, keine abschließende Prüfliste: Die Betriebsanleitung des Herstellers und Ihre Betriebsanweisung können weitere Punkte verlangen. Es gilt immer: Bei Mängeln nicht weiterfahren, Mängel sofort melden und nie versuchen, sie selbst zu beheben. Wartung, Instandsetzung und Änderungen darf nur Fachpersonal ausführen.

Jahresprüfung: Sachkundiger, Prüfnachweis, Plakette

Unabhängig von der täglichen Prüfung ist der Stapler nach der 208-004 mindestens einmal jährlich, bei mehrschichtigem Einsatz auch häufiger, durch eine befähigte Person (Sachkundiger) zu prüfen und die Prüfung zu dokumentieren. Verbindlich steht das in § 37 Abs. 1 DGUV Vorschrift 68: Prüfabstände von längstens einem Jahr, auch für Anbaugeräte. Was der Prüfnachweis nach § 39 DGUV V68 enthalten muss:

  • Datum und Umfang der Prüfung, mit noch ausstehenden Teilprüfungen
  • Ergebnis der Prüfung mit den festgestellten Mängeln
  • Beurteilung, ob dem Weiterbetrieb Bedenken entgegenstehen
  • Angaben über notwendige Nachprüfungen
  • Name und Anschrift des Prüfers

Die Beseitigung festgestellter Mängel ist im Prüfnachweis zu vermerken. Eine Prüfplakette hat sich bewährt, ist aber nach den Texten keine eigene Pflicht. Plaketten mit dem Datum der nächsten Prüfung sollten erst angebracht werden, wenn die Mängel der letzten Prüfung behoben sind. Als Hilfe für die Prüfung verweist die Durchführungsanweisung zu § 37 auf FEM 4.004 „Flurförderzeuge – Regelmäßige Prüfung von Flurförderzeugen“. Zu den Kostenposten und den drei üblichen Wegen: UVV-Prüfung Gabelstapler: Kosten.

Fahrer: Alter, Ausbildung, schriftliche Beauftragung (Kapitel 1)

Kapitel 1 stellt klar, dass der Pkw-Führerschein nicht genügt. Nach der Schrift müssen Gabelstaplerfahrer mindestens 18 Jahre alt, geistig und körperlich geeignet sowie theoretisch und praktisch ausgebildet sein, eine Fahrprüfung bestanden haben und vom Unternehmer schriftlich mit dem Führen des Staplers beauftragt sein (innerbetrieblicher Fahrausweis). Die Beauftragung gilt nur für das Flurförderzeug und den Betriebsteil, für den sie erteilt wurde, und ist nicht auf andere Betriebe übertragbar. Ausbildung und Nachweis im Detail: DGUV Grundsatz 308-001.

Betriebsanweisung (Kapitel 4)

Für den Betrieb von Gabelstaplern muss der Unternehmer eine schriftliche Betriebsanweisung erstellen (§ 5 DGUV Vorschrift 68). Die 208-004 enthält dafür im Anhang Beispiele, die Sie an Ihre Stapler und Verkehrswege anpassen.

Wo bekomme ich die DGUV Information 208-004?

Schriften der DGUV beziehen Sie beim zuständigen Unfallversicherungsträger oder über www.dguv.de/publikationen. Die 208-004 gibt die BGHM heraus. Achten Sie auf die aktuelle Ausgabe, weil die Schrift laut Ausgabe 2019 überarbeitet wird.

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Häufige Fragen zur DGUV 208-004

Was ist die DGUV Information 208-004?

Eine Broschüre der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) mit dem Titel „Gabelstapler“, früher BGI 545. Sie wendet sich in erster Linie an den Staplerfahrer und erklärt Ausbildung, Prüfungen, sicheren Betrieb und Sondereinsätze. Die Ausgabe von 2019 ist ein unveränderter Nachdruck des Stands von 2012.

Ist die DGUV Information 208-004 verbindlich?

Eine DGUV Information konkretisiert Pflichten, ist aber selbst keine Unfallverhütungsvorschrift. Die Pflichten für Betreiber stehen in der DGUV Vorschrift 68 und in der Betriebssicherheitsverordnung. Die 208-004 zeigt, wie sich diese Pflichten im Alltag umsetzen lassen.

Wer muss laut DGUV Information 208-004 den Stapler täglich prüfen?

Der Fahrer, täglich vor Arbeitsbeginn durch Sicht- und Funktionsprüfung. Erst wenn keine Mängel erkannt werden, darf er den Stapler in Bewegung setzen. Bei Mängeln nicht weiterfahren, Mängel sofort melden und nie selbst beheben.

Wie oft muss ein Gabelstapler nach DGUV Information 208-004 geprüft werden?

Unabhängig von der täglichen Prüfung mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person (Sachkundiger), bei mehrschichtigem Einsatz auch häufiger. Diese Prüfung ist zu dokumentieren. Die Jahresfrist steht verbindlich in § 37 Abs. 1 der DGUV Vorschrift 68.

Wo bekomme ich die DGUV Information 208-004?

Schriften der DGUV beziehen Sie beim zuständigen Unfallversicherungsträger oder über www.dguv.de/publikationen. Herausgeberin dieser Schrift ist die BGHM. Prüfen Sie dort, ob inzwischen eine Neufassung vorliegt: Die Ausgabe 2019 nennt selbst, dass die Schrift überarbeitet wird.